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Böses Erwachen zum Jahresende, Schimmel im Alkoven

Schimmel und Torf im Alkoven vom Wohnmobil

Wir sind gerade zurück von unserem Kurztrip nach  Oberhausen und es hatte fast die ganze Nacht durchgeregnet. Als ich dann zu Hause die Betten im Alkoven abziehen wollte habe ich gemerkt das die Matratze feucht von unten ist. Bei dem Wetter kein Wunder, dachte ich... 

 

Also habe ich dann das Lattenrost zum erste mal vorgeschoben und mir dabei die Tapete auf der gesamten linken Seite aufgerissen. 

Als wir dann die Matratzen und das Lattenrost raus genommen hatten um nachzusehen wo die feuchte Stelle herkommt konnten wir nicht fassen was uns da entgegen gekommen ist...

Ich habe mich dann Stück für Stück weiter vorgearbeitet... Es schien als würde es gar kein Ende nehmen. Nicht nur auf der linken Seite unterm Bett, sondern auch rechts. Dann habe ich die Sitzbank und die Verkleidung hinterm Fahrersitz abgebaut... Auch nass und Das Holz war schon richtig matschig. Dann weiter auf der rechten Seite. Schrank und Verkleidung hinterm Beifahrersitz raus, auch nass...

Ich könnte KOTZEN, wir haben ein Wohnmobil mit dem perfekten Wasserschaden gekauft...

Ich habe dann alles so stehen und liegen lassen und wollte nun in ruhe Silvester feiern und mir nicht die Laune verderben lassen... Allerdings lies mir die ganze Sache keine Ruhe und ich habe immer wieder im Internet nach Leidensgenossen gesucht um zu verstehen was ich machen kann und wo die ganze Feuchtigkeit herkommt... 

Der Boden vom Alkoven wurde ausgebaut

Nachdem ich bei einer Werkstatt in der Nähe zwecks Kostenvoranschlag bzw. grober Übersicht der Kosten angerufen hatte (hier wurde mir von Totalschaden und Wiederaufbau berichtet mit Kosten weit über 4000€) habe ich mich dann entschieden das ganze selbst anzugehen... Trotz Winter, keine Scheune in der Nähe und kaum Ahnung.

 

Ich habe mich dann immer weiter vorgekämpft, denn ich wollte alles was irgendwie schlecht und gammlig war weghaben. Als ich soweit war das ich den Boden von Alkoven raus genommen habe, haben wir erst gemerkt wie ernst die Lage ist... Ich war aber meist guter Dinge, denn wir hatten in dieser Zeit besonders viel Besuch von den Nachbarn und Freunden. So habe ich auch den Ein oder Anderen hilfreichen Tipp und das Passendes Werkzeug ausgeliehen bekommen.

Besonders hilfreich war das Multi-Werkzeug mit dem Spachtel und dem Säge-Aufsatz. So habe ich dann jede Latte bis zum guten Holz gekappt und den Dreck von der Außenhaut abgehobelt. Es war zum Teil echt krass wie fest der Torf doch noch an der Außenhaut klebte...

Alle Latten die vergammelt waren wurden durch neue ersetzt

Als nächstes habe ich mir dann Latten auf original Stärke fräsen lassen und diese dann nach und nach eingeklebt und mit den alten latten verschraubt. Zum einkleben habe ich dann Sikaflex verwendet. Ein Teufelszeug...

Eine Latte hatte ich mit der Schraubzwinge über Nacht fixiert und morgens festgestellt, dass alles verrutscht war. Ich hatte echt Probleme das neue Stück wieder ab zu bekommen. 

Für den Boden im Alkoven habe ich mir dann zwei große dickere Sperrholzplatten besorgt. Diese habe ich dann Stück für Stück ans Fahrzeug angepasst... Die Alten Teile konnte ich nur als ganz grobes Muster nehmen.  

Das Loch im Boden im Epoxidharz wieder verschlossen

Das nächste größere Problem war der Boden unterm Schrank auf der Beifahrerseite... Hier konnte ich mit dem Schraubenzieher bis nach draußen stochern...

Ich wollte an dieser Stelle aber nicht auch noch anfangen und den Fußboden rausreißen. Also habe ich mich für die "Schummel-Version" entschieden und das Loch mit Epoxidharz gefüllt. Zunächst hatte alles gammelige wieder weitestgehend raus gepult und dann das Loch mit Klebeband von unten verschlossen. Nun habe ich Schicht für Schicht den Fußboden mit Harz wieder aufgefüllt. 

Das Klebeband konnte ich zum größten Teil wieder vom Unterboden abziehen um dann die Stelle mit schwarzer Unterbodenschutz-Farbe zu Versiegeln. Sieht aus wie neu...

Als nun endlich alles dicht war konnte ich der Verkleidung anfangen. Hierfür habe ich wieder Sperrholz in der original Stärke besorgt und Bahn für Bahn aufgeklebt und dann noch zusätzlich mit Klammern aus dem Tacker fixiert. Vorher hatte ich die alte Verkleidung immer schön gerade mit dem Multi-Werkzeug abgetrennt, um einen sauberen Übergang zu bekommen.   

Neues Alu-Blech zum verkleiden des Alkoven von außen

Von Außen bin ich erst nicht wirklich weiter gekommen. Hier hatte ich zwar alles mit der Plane vor Regen geschützt, aber so konnte es ja nicht bleiben. Also habe ich mich auf die Suche nach einem passendem Blech gemacht...

Ein dünnes Blech in der Größe und mit der Stärke ist gar  nicht so leicht als privat Mensch zu bekommen. Ich bin angefangen bei dem Stahlbauer im nächsten Ort. Kein erfolg... Dann bin zum Wohnmobil-Händler. Der konnte mir zwar einige Tipps zum Einbau der neuen Platte geben, konnte oder wollte mir aber auch nichts zum angemessenem Preis besorgen... Also habe ich mich weiter auf die Suche im Internet gemacht und bin auch fündig geworden...

Ich bin auf eine Seite gestoßen, die weiß beschichtetes Alu-Blech in passender Größe auch an privat Personen verschickt und keine 100€ für eine Spedition haben möchte.

Die Platte habe ich dann zunächst grob mit der Stichsäge zugeschnitten. Hierzu habe ich das alte durchgegammelte Blech als Schablone genommen und mich dann Millimeter für Millimeter vorgearbeitet. Nach dem gefühlt 10. Versuch passte dann alles so wie ich mir das vorgestellt habe. Also habe ich die Alu-Platte mit meinem neuen lieblings Kleber Sikaflex auf den frischen Unterbau aufgeklebt. Als nächstes habe ich dann die Kanten von oben vom Dach bis unten zur Tür mit einer dicken Klebenaht versehen, damit hier hoffentlich nie wieder Wasser rein kommen kann. Das Wetter spielte auch mit, also habe ich dann auch die seitlichen Blenden wieder angeschraubt und auch verklebt.

Die Sitzpolster und Verkleidungen sind mit neuem Stoff bezogen

Weiter gemacht haben wir mit der Klebefolie in Holzoptik. So konnten wir alle Übergänge und Ecken schön kaschieren und ich finde es passt besser als die alte Tapete. 

Da die Verkleidung hinter den Vordersitzen nun hin war, haben wir uns für einen braunen groben Stoff entschieden um zunächst nur die Verkleidung neu zu bespannen. Dazu haben ich die Reste der dicken Sperrholzplatte verwendet, mit Schumstoff gefüttert und den Stoff mit dem Tacker von hinten befestigt. Sieht aus wie neu ;-) ...

Als ich damit begonnen hatte fragte unsere Freundin ob sie uns nicht auch neue Sitzbezüge aus dem gleichen Stoff nähen soll... Natürlich gerne!

Die Verkleidung wurde dann mit frischen Edelstahlschrauben befestigt und der Schrank wieder eingebaut. Zum glück passte der stramm wieder an die alte Stelle, ohne das ich hier noch ausbessern musste. Noch schnell das Lattenrost und die Matratzen wieder rein und endlich bereit für die erste Probefahrt mit dem neuen Alkoven...   


Kommentare: 2
  • #2

    Tobias (Mittwoch, 25 März 2020 09:01)

    Moin Kai,
    Die Kanten habe ich zunächst mit dem schwarzen Sikaflex verklebt. Also Latten auf die Seiten-Bleche und auf Boden-Blech. Anschließend habe ich ein dünne Aluschiene von außen auf die Kante geklebt (wieder mit dem schwarzen Sikaflex). Da ich bei meinem Alkoven diese Verkleidungen von außen an den Seiten habe, habe ich dann zusätzlich alle Kanten und potentiellen Schlitze und Löcher mit "Water Stop" von MEN versiegelt. Ein geiles Zeug... Wie flüssiges Gummi.

    Ich werde den Artikel oben die Tage noch etwas aufarbeiten, hab noch mehr Bilder gefunden ;-)

  • #1

    Kai (Dienstag, 24 März 2020)

    Holyshit! Ist das ein Eura? Bei mir sieht es nicht ganz so schlimm aus.. Respekt Für den Aufbau!! Eine Frage: Mit was hast Du die Dachkanten „verklebt“ ?